Slide background
Slide background

Kirschwasser Sauerkirschwasser

auch: Kirschschnaps, Kirsch-Obstbrand, Sauerkirschschnaps

Kirschwasser und Sauerkirschwasser

In dieser Kategorie wird nicht zwischen Kirschwasser und Sauerkirschwasser unterschieden, da die Verarbeitung zu diesem Obstbrand fast identisch ist. Je nach Region werden unterschiedliche Schwerpunkte beim Kirschwasser gesetzt. Gesamt gesehen sind sicherlich Kirschen die bei weitem am häufigsten destillierte Frucht dieser Gruppe. Einzelne Regionen, wie die Schweiz und der Schwarzwald, haben hier eine Vorreiterrolle übernommen (z. B. mit dem Schwarzwälder Kirschwasser). Zur Verarbeitung sollten Sorten mit eher kleinen Kirschen herangezogen werden, da dieser aromaintensiver und zumeist auch im Zuckergehalt höher sind. Dunkle Sorten führen zu geschmacklich deutlicheren Kirsch-Obstbränden. Die Früchte sollten frei von Fäulnis, Stielen und Blättern sein, da diese zu einem grasigen Ton im fertigen Schnaps führen.

Schnapsflasche schmalKirschwässer und Sauerkirschwässer im Vergleich

Sauerkirschen und Kirschen werden gewöhnlich mit Stein zum Kirsch-Obstbrand verarbeitet, wobei darauf zu achten ist, dass beim Zerkleinern oder Quetschen möglichst keine Steine zerstört werden, um einen Bittermandelton im fertigen Kirsch- oder Sauerkirschschnaps zu verhindern. Vollentsteintes Kirschwasser aus ist allerdings fruchtintensiver und typischer im Geschmack als jene, bei denen die Steine mitgebrannt wurden. Diesem Kirsch- oder Sauerkirschwasserwasser fehlt dann aber teilweise der Körper, der durch das Benzaldehyd erreicht wird.

Einzelne Edelbrand-Verkoster meinen, dass das Kirschwasser dann nicht wirklich typisch ist. Eine Abtrennung des Kirschsteins vor dem Brennprozess sollte durchgeführt werden, wenn kein Katalysator das entstehende Ethylcarbamat binden kann. Die Steinabtrennung erfolgt zumeist über Siebe oder Passieranlagen. Viele Sorten haben sich als geeignet erwiesen. Besonders Schüttler, Lauerzer und Basler Langstieler ergeben ein typisches und charakterintensives Kirschwasser. Bei den Sauerkirschwässern kann die Schattenmorelle empfohlen werden.

Schnaps aus Kirschen und Sauerkirschen ist durch sehr fruchtige Aromen und einen leichten, etwas bitteren Steingeschmack charakterisiert. Leichte Schokoladenaromen im Abgang und vereinzelt breite, etwas kratzende Stoffe, die im hinteren Gaumenbereich erkennbar sind, verleihen vielen Kirschwässern den typischen Kirschton.

Sauerkirschwasser aus Schattenmorelle spezifiziert das typische Sauerkirscharoma, das von Süßigkeiten her bekannt ist.

 

Kornelkirschschnaps

Die Kornelkirsche, die besonders auf steinigen, eher trockenen Böden vorkommt, ist als Zierpflanze mit ihrer zarten gelben Blüte und den aromatischen Früchten im Hausgarten sehr beliebt. Sträucher, die im Ertrag stehen, bringen eine für das Schnapsbrennen geeignete Menge an Früchten. Hier ist der optimale Reifezeitpunkt bei intensiver Rötung und einem Saftaustritt beim Zusammendrücken erreicht. Die Früchte werden dann zumeist geschüttelt und schnell verarbeitet. Eine Ansäuerung ist hier dringend zu empfehlen, damit die Vergärung auch wirklich rein vor sich geht. Spezielle Sorten führten bei bisherigen Versuchen zu keinen geschmacklich unterschiedlichen Kirschwässern.
Der Kornel-Kirschschnaps ist durch ein zartes Geruchsbild mit leicht würzigem Abgang und einem Geschmack nach frischen Nüssen leicht erkennbar und erinnert sehr an die frische Frucht. Der Geruch ist aromatisch, intensiv, ohne jedoch aufdringlich zu sein. Liebhaber eines derartigen Kirschwassers erfreuen sich auch am langanhaltenden Nachgeschmack. Durch die geringe Ausbeute und der teilweise doch recht teuren Rohware ist der Kirschschnaps aus Kornelkirschen generell im höheren Preissegment angesiedelt.

 

 

Traubenkirschen

Die Traubenkirsche, als Baum an Bächen und Flussbetten zu finden, ist eine Wildfrucht, die in langen Dolden mit kleinen schwarzen Früchten reift. Die Früchte bestehen hauptsächlich aus Schale und einem Stein mit nur geringem Fruchtfleischanteil. Die Ernte ist durch die großen Bäume meist etwas erschwert. Die Kirschen werden direkt nach der Ernte gerebelt, zerkleinert und anschließend mit intensiver Ansäuerung vergoren. Durch den geringen Wassergehalt der Kirschen ist eine Wässerung mit etwa 20 % Wasserzusatz zu empfehlen. Damit kann auch der bittere Geschmack, der im fertigen Kirschwasser mitunter sehr intensiv ist, etwas vermindert werden. Die Gärung geht zumeist sehr zügig vor sich, was ein schnelles Abbrennen bedingt. Die Maische ist nur eingeschränkt lagerfähig, weil eine längere Lagerung den Geschmack durch die Bitterstoffe sehr stark beeinflusst.

Kirschwasser aus Traubenkirschen ist durch einen sehr intensiven Duft und Geschmack nach Bittermandei charakterisiert. Eine säuerliche Würze mit derb-bitteren Geschmackskomponenten macht diese Art von Kirschschnaps unverkennbar. Liebhaber von Marzipan und dem Geschmack nach Bittermandel finden hier ein Kirschwasser mit typischem Charakter.

Our website is protected by DMC Firewall!