Tresterschnaps

auch: Tresterbrand, Grappa, Marc

Tresterschnaps gewinnt man durch das Vergären von Trester, was als Rückstand beim Keltern von Wein übrig bleibt. Die Verarbeitung von Trester zu Tresterbrand war früher nur Abfallverwertung. Erst die letzten Jahre brachten hier Fortschritte in der Beurteilung des Ausgangsmaterials und eine entsprechend saubere Verarbeitungsform. Nur frische Trester, die entsprechend luftdicht eingestoßen werden, oder Trester von roten Trauben direkt nach dem Pressen eignen sich für einen guten Tresterschnaps. Bei der Verarbeitung von Trester aus weißen Trauben werden diese luftdicht in Behälter gestoßen und alle 10 Zentimeter mit einer Hefelösung übergossen, um eine reine Gärung zu gewährleisten. Direkt nach Vergärung des gesamten Zuckers werden die Trester dann mit einem hohen Wasseranteil gebrannt. Moderne Betriebe haben eigene Tresterbrennereien, wo die Aromastoffe und der Alkoholgehalt mit Dampf abdestilliert werden.

Schnapsflasche schmalBadischer Tresterschnaps im Vergleich

Grundsätzlich gilt für die Verarbeitung von Trester: Je trockener die Trester sind, desto aromaintensiver wird der fertige Tresterschnaps. Will man den intensiv-würzigen Ton unterbinden, so können die Traubenkerne noch vor dem Einmaischen entfernt werden. Aus den Traubenkernen kann dann noch das hochwertige Traubenkernöl zur Bereicherung der Produktpalette gewonnen werden.

Traubentresterbrände sind sehr aromaintensiv und durch einen großen Anteil an Gerbstoffen am Gaumen erkennbar. Zumeist herrscht eine intensive Würze und ein großer Fruchtanteil vor. Überlagerte Trestermaischen oder Maischen aus nicht ganz sauberem Rohmaterial führen zu sehr dumpfem, unreinen, fauligen Tresterbrand.

Tresterschnaps eignet sich sehr gut zur Lagerung in Holzfässern.